Waldsteinnebel erscheint im zweiten Quartal 2017

Es kannte keine Zeit. Anfang und Ende seiner Existenz waren eins – die Ewigkeit war seine Lebensdauer auf dieser Welt. Es kannte keine Geburt und keinen Tod. Jeden Abend erschien es von neuem, um seine Reise an jenem Punkt zu beginnen, wo sie auch das letzte Mal ihren Ausgang genommen hatte. Lediglich die Strecke, die es im Laufe einer Existenz zurücklegte, variierte je nachdem, wie gnädig ihm die Natur entgegenstand. Als Teil einer von einem Schöpfer erschaffenen Welt war es selbst zum Lebensspender geworden, zum Gleichmacher aller Existenz, die es mit seinem feinen Tuch umgarnte. Darin lag der Sinn seiner Odyssee – nicht das Ende war es, wohin es strebte, sondern der Weg selbst lieferte den Grund, sich jeden Abend aufs Neue an den Anfang zurückzubegeben, um eine Reise anzutreten, die erst in der Ewigkeit ihren Abschluss finden würde. Am Ende jedoch erwartete es nicht der Tod, sondern lediglich der Übergang in einen neuerlichen Beginn allen Strebens, der es in eine ihm unbekannte Form brachte. Es verschwand nie, es löste sich nicht auf, es wurde lediglich unsichtbar, zerfiel in Myriaden kleinster Teile, die sich am nächsten Abend wieder zusammenfinden würden, um ihm erneut jene Form zu geben, die es liebte. Jene Gestalt, die es annahm, um seine Reise zu beginnen. Die Unendlichkeit war seine Lebenszeit, sein Licht am Ende des Tunnels war die Schwärze der Nacht.

 

Diese Zeilen stammen aus einem kleinen “Geheim-Projekt”, das mich in der letzten Zeit beschäftigt hat: An sich spielte ich, da ich immer wieder Sagen für verschiedene Lesungen schreibe, schon lange mit dem Gedanken, diese Erzählungen unserer Ahnen in einer fiktiven Geschichte zu verbinden. Nun, nach zwei Jahren Arbeit, sind die 220 Seiten des Romans “Waldsteinnebel” fertig, was mich wirklich riesig freut.

“Der junge Lehrer Ralf Benz kam eigentlich nur aufgrund der besseren Berufschancen nach Bayern, muss jedoch schon bald einsehen, dass in all jenen Klischees, die er als gebürtiger Hamburger vom Süden Deutschlands gehört hatte, tatsächlich ein Stückchen Wahrheit zu finden ist: Schnell sieht er sich mit unverständlichen Bräuchen aber auch mit dem berühmten Dorf-Klatsch konfrontiert. Als er jedoch das 150 Jahre alte Tagebuch eines jungen Mädchens entdeckt, das ein grausames Geheimnis offenbart, ist sein Interesse geweckt. Zusammen mit einer neugewonnen Freundin taucht er immer tiefer ein in die Geschichte und die Mythen der Region, die ihn auf die Spur eines Verbrechens führen, für das manche auch heute noch zu töten bereit sind.”

 

Es handelt sich demnach um einen “Sagenkrimi”, der (das war mir besonders wichtig) möglichst viele reale Tatsachen miteinander verbindet, um daraus eine spannende Jagd nach der Lösung des Geheimnisses des Waldsteins zu machen. Die Handlung selbst findet rund um den Berg statt - neben Münchberg und Zell tauchen verschiedene Orte auf, die sicher viele von euch schon einmal besucht haben und deren ganz eigene Geschichte Teil des Rätsels ist. Ich hatte ursprünglich nicht vor, das Buch tatsächlich zu veröffentlichen, da ich es in erster Linie “für mich” geschrieben habe. Allerdings habe ich mich bei einer Führung aweng verplappert und bekomme seitdem immer wieder Anfragen, “wies denn edzderd eigentlich mit dem Romon ausschaut”. Daraufhin habe ich einige Exemplare gedruckt und an verschiedene Probeleser gegeben, die mich dazu ermutigt haben, den nächsten Schritt zu wagen: Das Buch wird voraussichtlich im Mai beim Verlag "Koberger und Kompany" aus Nürnberg erscheinen. Alle aktuellen Informationen zum derzeitigen Stand finden Sie auch auf der Seite www.waldsteinnebel.de 

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